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TRAVEL WITH ME : EIN KURZTRIP NACH WIEN IM WINTER

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Eine Kollegin aus meinem Büro hat es mir im frühen Herbst vorgemacht und mich daran erinnert, dass ich ja eigentlich schon seit Jahren einen Kurztrip (also, langes Wochenende) nach Wien plane – ihn nur leider auch jedes Jahr wieder aufs Neue verschoben habe. Jedes Jahr seit 2004! Das letzte Mal war ich nämlich als Studentin für ein 3-monatiges Praktikum in Wien. Vor 12 Jahren! Da musste also endlich etwas geschehen.

Im September fiel mir dann bei der Urlaubsplanung für die restlichen Monate in diesem Jahr etwas auf. Ich hatte noch 2 Tage urlaubstechnisch zu verbraten. Einfach an den Weihnachtsurlaub dranhängen? Zu langweilig! Ich geh’ einfach noch einmal auf Tour in diesem Jahr!

Meinem neuen Travelbuddy Silvia (aka meine Schwägerin) fragte ich kurz per WhatsApp, ob Sie spontan Lust hätte mit mir einen Wochenendtrip irgendwohin zu buchen. ‘Silvia, Wellness oder Wien? Sie schrie’ (in Tippform) ‘WIEEEN!!’ – und ich antwortete ‘Ja, Servus!!!’. Eine Stunde später war alles auch schon gebucht. Flug mit der AirBerlin ab Hannover für knapp 160EUR und ein Zimmer im wunder-, wunder-, wunderschönen Motel One Wien – Staatsoper (psst, wirklich wunderschön!) für fast genau den gleichen Preis pro Person. Absolut in Ordnung für einen 4-Tage-Wochenend- bzw. letztendlich Shoppingtrip nach, hach, Wien!! Endlich!
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Flug und Taxifahrt waren angenehm kurz und schon standen wir vor unserem Hotel – und in dieser Lobby! Meine Güte! Das Motel One an der Staatsoper ist im wahren Leben noch sexier als auf Fotos! Überall standen schon Weihnachtsbäume oder wurden gerade aufgestellt. Die ‘Egg-Chairs’ vom Arne Jacobsen luden uns zu einer kurzen und gemütlichen Sitzpartie ein und der Weihnachtsbaum – im traditionellen Motel One Blau (oder ist es Cyan?) funkelte einladend. Silvia und ich grinsten uns überglücklich an. Perfekt!

Da unser Zimmer um 10:30 verständlicher Weise noch nicht bezugsfertig war, ging es aber erstmal raus in die Innenstadt. Entdecken – aber vor Allem: Frühstücken! Das Frühstücksangebot in den diversen Caféhäusern ist zwar vielfältig, aber dann doch auch sehr traditionell. Es gibt Semmel – überall. Unser erstes Frühstück hatten wir aber in einem weniger traditionellen Café – in einer Filiale der Kette ‘Coffee Day‘ unweit vom Albertina. kurztrip_wien_vienna_2016_part1_nookinteriors_03Wenn ich eine Wiener Semmel sehe, denke ich immer sofort an Kommissar Rex. Die Kommissare dieser Krimiserie haben sich in jeder Folge um diverse Wurstsemmeln gestritten – am Ende bekam Sie aber immer nur einer: Rex. Das war eine Art Running-Gag. Kommissar Rex mochte seine Semmel am Liebsten mit ‘ner schönen Scheibe Wurst – ich bevorzuge da konsequent ‘rote’ Marmelade.

Anschließend wanderten wir eher etwas ziellos umher. Zum Stephansdom, durch den Stephansdom, drumherum (kleiner Späh in die Domgasse) und über den kleinen Weihnachtsmarkt dort, schauten uns die Fiaker mit den Pferden an und bummelten uns ganz langsam den Weg zurück zum Hotel – natürlich mit ‘nem kleinen Zwischenstopp in einem Wiener Café (dazu zu einem späteren Zeitpunkt aber mehr). Wie es so sein sollte, haben wir während unseres Aufenthaltes so einige Café’s näher angeschaut. Wien ist ja so gemütlich!!! kurztrip_wien_vienna_2016_part1_nookinteriors_04kurztrip_wien_vienna_2016_part1_nookinteriors_05kurztrip_wien_vienna_2016_part1_nookinteriors_06kurztrip_wien_vienna_2016_part1_nookinteriors_04kurztrip_wien_vienna_2016_part1_nookinteriors_08kurztrip_wien_vienna_2016_part1_nookinteriors_09kurztrip_wien_vienna_2016_part1_nookinteriors_10kurztrip_wien_vienna_2016_part1_nookinteriors_10kurztrip_wien_vienna_2016_part1_nookinteriors_11kurztrip_wien_vienna_2016_part1_nookinteriors_12Während unseres Kurztrips haben wir fast unzählig viele Weihnachtsmärkte (am Stephansdom, vorm Rathaus, hinter der Hofburg, vorm Schloß Schönbrunn, einfach überall!) entdeckt. Meine Schwägerin Silvia war hier Feuer & Flamme – ich dackelte Ihr bei den diversen Erkundungen ganz brav hinterher. Weihnachtsmärkte waren noch nie mein Ding. Zu voll, zu viel Kitsch, zu penetrant der Geruch von Glühwein…. der kleine Markt rund um den Stephansdom gefiel mir allerdings sehr gut. Die Buden waren schlicht und schwarz (!), es war um diese Zeit nicht allzu voll und die Angebote sehr ausgewählt. Fast kein Kitsch! Sehr schön anzusehen war auch das ‘Blumenhaus am Dom’ mit all seinen fertig gebundenen (und unfassbar teuren) Adventskränzen. Ansehen kostete zum Glück aber nichts. : )kurztrip_wien_vienna_2016_part1_nookinteriors_13kurztrip_wien_vienna_2016_part1_nookinteriors_14kurztrip_wien_vienna_2016_part1_nookinteriors_15kurztrip_wien_vienna_2016_part1_nookinteriors_16kurztrip_wien_vienna_2016_part1_nookinteriors_17 kurztrip_wien_vienna_2016_part1_nookinteriors_18kurztrip_wien_vienna_2016_part1_nookinteriors_19kurztrip_wien_vienna_2016_part1_nookinteriors_20Besonders gut gefallen haben uns die vielen kleinen Gassen bei unserem ersten Rundgang. Stellenweise fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt – besonders, wenn ein Fiaker mit seinen Pferden einen passiert (manchmal auch vorbeirauscht) und diesen Eindruck abrunden kann. Auch die Vielzahl der wunderschönen alten Türen und Fenster. An Türen und Fenster kann man ohnehin nicht einfach so vorbeigehen, oder? Die müssen geknipst werden!

Für Liebhaber alter Architektur (und nicht nur dieser!) ist Wien ohnehin ein Traum. Über die Geschichte der Wiener Architektur möchte ich hier jetzt gar nicht so viel schreiben, vielleicht aber irgendwann ein andermal. Nur so viel: Architektonisch gibt es unendlich viel zu entdecken. Sei es aus längst vergessenen Tagen, z.B. aus der Ära von Otto Wagner und Adolf Loos – oder gar noch früher, der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, Postmoderne (siehe z.B. das Haas- bzw. Hollein-Haus am Stephansdom) oder auch die moderne Architektur unserer Zeit. Und man sollte auch immer mal zwischendurch nach oben schauen. Frei nach dem Motto #alwayslookingup oder #lookinguparchitecture – in meinem Fall ohnehin eine Berufsmacke. Meine Schwägerin macht es aber mittlerweile auch, so weit ist es schon mit meinem Einfluss. Manchmal sieht man eben über einem noch viel mehr und entdeckt kleine oder auch sehr spannende Details – oder beides. kurztrip_wien_vienna_2016_part1_nookinteriors_21Nach dieser Vielzahl von schönen ersten Eindrücken entspannten wir uns (nach einem sehr guten Abendessen) leicht erschöpft aber glücklich, auf unserem gemütlichen Bett im Motel One – und schauten ‘Die Deutschmeister‘! Dank eines Ohrwurms, der mich einfach nicht mehr loslassen wollte, nachdem ich an verschiedenen Stellen immer etwas wie ‘K.u.K. Hofbäckerei’ oder ähnliches gelesen hatte…. ‘Wir sind vom K.u.K. Infrantrieregiment Hoch- und Deutschmeister Nummero 10… la la la…’. Kennt den Film überhaupt jemand? Da ich Eltern habe, die in den 50ern aufgewachsen sind, habe ich manchmal das Gefühl, daß ich mehr Filme aus der Zeit kenne als andere. Der Film lieferte uns eine perfekte kleine nostalgische Abendunterhaltung mit Romy Schneider (unsere Sissi), Gunther Philipp, Hans Moser, Josef Meinrad (na, wer kennt Generalmajor August Böck?) und Co. – herzallerliebst sogar.

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Photography by Susanne Winkel / nookinteriors.de

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